Nov 022012
 

Sie haben sich heute Früh um 6 Uhr gegenüber den Gittertoren von IKEA in Piacenza getroffen. Die Arbeiter*innen des Consorzio Gestione Servizi (CGS) [Konsortium für Dienstleistungsmanagement] kamen pünktlich und wurden unterstützt von der S.I. Cobas, von TNT- und GLS-Arbeiter*innen sowie vom Unterstützungsnetzwerk für Arbeiter*innen in der Logistik. Sie haben begonnen die Gittertore der Niederlassung des Schwedischen Unternehmens zu besetzen, um den Warenumschlag zu blockieren – als Form des Protests, um die Einhaltung ihrer Rechte einzufordern. Die Arbeiter*innen fordern die Anwendung und Einhaltung der nationalen Kollektivverträge; das Einhalten von Sicherheitsnormen; die Kündigung von Abteilungsleiter*innen, die Arbeiter*innen nicht respektieren; die Aufhebung disziplinärer Maßnahmen sowie die Wiedereinstellung der gekündigten Kolleg*innen.

Seit dem 17. Oktober wird mobilisiert. Sie haben gegen äußerst miserable Bezahlung und für eine gerechtere Verteilung der Arbeitsauslastung gestreikt (im Moment gibt es Arbeiter*innen, die 400 Euro pro Monat verdienen – weil sie als Diskriminierungsmaßnahme gezielt in Stehzeiten gehalten werden – und andere, die auf 1.200 Euro kommen; Überstunden werden paradoxerweise zu einer Art „Bonus“, der es überhaupt ermöglicht einen weniger armseligen Lohn zu erreichen). Die Arbeiter*innen kämpfen für die schlichte Einhaltung des Kollektivvertrags (CNNL) und die grundlegendsten Rechte – ohne wenn und aber! CGS und IKEA haben entschieden, dass den Arbeiter*innen nichts davon gewährt werden kann. Und um den Widerstand zu brechen haben sie beschlossen, gegen einige von ihnen Abstrafungsaktionen zu setzen. Etwa 15 Arbeiter*innen, unter ihnen Delegierte und Aktivist*innen von S.I. Cobas, wurden vom Dienst suspendiert, mit der Intention, sie in andere Auftragsarbeiten zu versetzen, und drei Arbeiter*innen wurde die Kündigung angedeutet. Weitere 80 Arbeiter*innen, die in letzter Zeit ihren Protest geäußert haben, haben mehr als zwei Wochen lang keine Aufträge erhalten – ohne irgendeine Erklärung von Seiten des Konsortiums oder der zugehörigen Kooperativen (Cristall, San Martino und Euroservizi).

Heute morgen mussten sie erneut Widerstand gegen Polizeigewalt leisten. Die „Ordnungs“-Kräfte haben versucht den Standort mit Sturmangriffen zu räumen, die Folge waren Verletzungen bei fünf Verladearbeiter*innen. Trotz des erlittenen Angriffs haben die Arbeiter*innen durchgehalten und verhindert, dass der Blockadestandort aufgelöst wurde. Der Polizeipräsident von Piacenza hingegen hat die Polizist*innen aufgefordert, die Arbeiter*innen „ohne Erbarmen kurz und klein zu schlagen“.

Wir schließen uns der Solidaritätskampagne zur Unterstützung der Arbeiter*innen des Zentraldepots von IKEA in Piacenza an!

Quelle: clashcityworkers.org/index.php?option=com_content&view=article&id=545%3Apiacenza-facchini-bloccano-cancelli-ikea-cariche-polizia-5-feriti