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IKEA-Streik auf Euronews

 Posted by on 3. November 2012 at 19:02
Nov 032012
 

Im norditalienischen Piacenza haben einige Angestellte eines Subunternehmers von IKEA gegen schlechte Verträge und unbezahlte Überstunden protestiert. Dabei kam es zu Handgemengen mit der Polizei. Andere Kollegen blieben dem Protest fern. IKEA verwies auf seinen Verhaltenskodex gegenüber Subunternehmern und Kontrollen, die auf seiner Seite keine Unregelmäßigkeiten aufgezeigt hätten. Auch der Bürgermeister von Piacenza hatte IKEA nichts vorzuwerfen. Der Standort dient dem schwedischen Konzern als logistische Basis für alle seine Läden in Norditalien. [mehr]

Quelle: de.euronews.com/2012/11/03/proteste-bei-ikea-in-italien

Nov 022012
 

Sie haben sich heute Früh um 6 Uhr gegenüber den Gittertoren von IKEA in Piacenza getroffen. Die Arbeiter*innen des Consorzio Gestione Servizi (CGS) [Konsortium für Dienstleistungsmanagement] kamen pünktlich und wurden unterstützt von der S.I. Cobas, von TNT- und GLS-Arbeiter*innen sowie vom Unterstützungsnetzwerk für Arbeiter*innen in der Logistik. Sie haben begonnen die Gittertore der Niederlassung des Schwedischen Unternehmens zu besetzen, um den Warenumschlag zu blockieren – als Form des Protests, um die Einhaltung ihrer Rechte einzufordern. Die Arbeiter*innen fordern die Anwendung und Einhaltung der nationalen Kollektivverträge; das Einhalten von Sicherheitsnormen; die Kündigung von Abteilungsleiter*innen, die Arbeiter*innen nicht respektieren; die Aufhebung disziplinärer Maßnahmen sowie die Wiedereinstellung der gekündigten Kolleg*innen.

Seit dem 17. Oktober wird mobilisiert. Sie haben gegen äußerst miserable Bezahlung und für eine gerechtere Verteilung der Arbeitsauslastung gestreikt (im Moment gibt es Arbeiter*innen, die 400 Euro pro Monat verdienen – weil sie als Diskriminierungsmaßnahme gezielt in Stehzeiten gehalten werden – und andere, die auf 1.200 Euro kommen; Überstunden werden paradoxerweise zu einer Art „Bonus“, der es überhaupt ermöglicht einen weniger armseligen Lohn zu erreichen). Die Arbeiter*innen kämpfen für die schlichte Einhaltung des Kollektivvertrags (CNNL) und die grundlegendsten Rechte – ohne wenn und aber! CGS und IKEA haben entschieden, dass den Arbeiter*innen nichts davon gewährt werden kann. Und um den Widerstand zu brechen haben sie beschlossen, gegen einige von ihnen Abstrafungsaktionen zu setzen. Etwa 15 Arbeiter*innen, unter ihnen Delegierte und Aktivist*innen von S.I. Cobas, wurden vom Dienst suspendiert, mit der Intention, sie in andere Auftragsarbeiten zu versetzen, und drei Arbeiter*innen wurde die Kündigung angedeutet. Weitere 80 Arbeiter*innen, die in letzter Zeit ihren Protest geäußert haben, haben mehr als zwei Wochen lang keine Aufträge erhalten – ohne irgendeine Erklärung von Seiten des Konsortiums oder der zugehörigen Kooperativen (Cristall, San Martino und Euroservizi).

Heute morgen mussten sie erneut Widerstand gegen Polizeigewalt leisten. Die „Ordnungs“-Kräfte haben versucht den Standort mit Sturmangriffen zu räumen, die Folge waren Verletzungen bei fünf Verladearbeiter*innen. Trotz des erlittenen Angriffs haben die Arbeiter*innen durchgehalten und verhindert, dass der Blockadestandort aufgelöst wurde. Der Polizeipräsident von Piacenza hingegen hat die Polizist*innen aufgefordert, die Arbeiter*innen „ohne Erbarmen kurz und klein zu schlagen“.

Wir schließen uns der Solidaritätskampagne zur Unterstützung der Arbeiter*innen des Zentraldepots von IKEA in Piacenza an!

Quelle: clashcityworkers.org/index.php?option=com_content&view=article&id=545%3Apiacenza-facchini-bloccano-cancelli-ikea-cariche-polizia-5-feriti